Die Art ist in Europa und Nordafrika weit verbreitet. Es
werden zwei Unterarten unterschieden: ssp. pseudogigantea auf
der iberischen Halbinsel und spp. maxima im Rest des Gebiets.
Tipula balcanica Vermoolen, 1983 gilt aktuella als separate
Art (De Jong 1993).
Eine riesige Schnakenart und deutlich größer als alle anderen
Arten der Gattung, mit Ausnahme von Tipula fulvipennis. Die
enorme Größe und die dunklen Zeichnungselemente der Flügel
machen die Art unverwechselbar. Die Flügellänge variiert
zwischen 22 - 30 mm, so dass große Exemplare eine
Flügelspannweite von über 6 cm erreichen können. Die Imagines
fliegen von Anfang Mai bis Ende August. Die Art bevorzugt
feuchte Wälder und andere Feuchthabitate mit höherer
Vegetation. Die Larven leben anfangs in Fließgewässern, ältere
Larvenstadien können aber auch in der feuchten Erde im
Uferbereich der Bäche gefunden werden. Die Riesenschnake zählt
in Deutschland nicht zu den häufigen Arten. Ihre
Flächenverbreitung in Deutschland ist nicht genau bekannt.
Zur Systematik: Die Art Tipula balcanica aus dem
südöstlichen Europa wurde verschiedentlich als Unterart der
Riesenschnake angesehen, wird derzeit aber als eigene Art
aufgefasst (die nicht in Deutschland vorkommt). Die Unterart
Tipula maxima pseudogigantea ist auf das nördliche Spanien
beschränkt. Ihr status als valide Unterart is
umstritten: Vermoolen (1983) führt sie als gute
Unterart, De Jong (1993) wiederspricht dem jedoch, denn es sei
"unmöglich die beiden Taxa definitiv zu trennen". Nun ist aber
genau dies die Natur der Unterart: es finden sich einige
Anzeichen einer (beginnenden) genetischen Trennung der
Populationen, aber eine völlige Separation bzw. Isolation ist
(noch) nicht vorhanden. Die Arbeit von Vermoolen (1983)
liefert quantitative Unterschiede zwischen den beiden Gruppen
bezüglich der Flügelfärbung und der männlichen
Genitalmorphologie und bezeugt somit einen gewissen Grad an
genetischer Differenzierung zwischen den beiden Gruppen. Ich
folge deshalb der Auffassung Vermoolens (1983) und betrachte
das Taxon pseudogigantea als valide Unterart. Von den beiden
hier anerkannten Unterarten kommt nur die Nominatunterart in
Deutschland vor.