Die Art ist in Europa und Asien weit verbreitet, ist jedoch
nur lückenhaft nachgewiesen. Es werden keine Unterarten
unterschieden.
Zur Nomenklatur: Die Art hat eine bewegte und
verwirrende nomenklatorische Geschichte. Basierend auf der
Abbildung bei Reaumur wurde die Art von Geoffroy (1764) auf
Seite 322 als Ichneumon-Art Nummer 3 "L´ichneumon à coques en
forme de rayons de ruche" (= "Ichneumon mit Kokons in der Form
von Bienenwaben") erstmals genauer beschrieben, allerdings
ohne einen lateinischen, binominalen Namen nach der Linnéschen
Methode zu vergeben. Dies hat De Fourcroy (1785) nachträglich
getan, der für alle Arten in Geoffroys Werk lateinische
Definitionen und binominale Namen publiziert hat. Er hat für
Geoffroys "L´ichneumon à coques en forme de rayons de ruche"
das Binomen Ichneumon alveariformis vergeben (lat.
alveariformis, -e = "wabenförmig"). Allerdings ist Von Paula
Schrank (1781) De Fourcroy (1785) um wenige Jahre
zuvorgekommen: in seiner Envmeratio Insectorvum Avstriae
Indigenorum vergibt er für Geoffroys "L´ichneumon à coques en
forme de rayons de ruche" den binominalen Namen Ichneumon
alvearifex (lat. alvearifex = "Wabenmacher, Wabenbildner") und
zitiert die Beschreibung Geoffroys ("Geoffr. Paris. part. 2.
p. 322"). Etwas später bezieht sich dann Fabricius (1798)
ebenfalls auf Geoffroy (1764): er zitiert korrekt: "Geoff.
Ins. 2. Ichn. 3." und benennt die Art mit dem Binomen
Ichneumon aleuarius, was ebenfalls auf die wabenförmigen
Kokons anspielen soll, jedoch ganz offensichtlich ein Fehler
beim Setzen der Druckfahnen ist: es wurde statt "aluearius"
fälschlich "aleuarius" gesetzt. Man beachte dabei die
Äquivalenz von "u" und Binnen-"v" in der lateinischen
Schreibung des 18. Jahrhunderts. Im Index (Fabricius 1799)
erscheint denn auch die Schreibweise "alevarius" (p. 27).
Später führt Fabricius (1804) die Art in der Gattung Cryptus,
nun korrekt geschrieben als "Cryptus aluearius", und er
referenziert seine eigene Beschreibung von 1798 als "Ichneumon
aluearius" also mit der Korrektur des ursprünglichen "eu" zu
"ue".
Die beiden Namen, die von Von Paula Schrank und von De
Fourcroy vergeben wurden, sind älter als der Name, der von
Fabricius vergeben wurde und haben deshalb nomenklatorische
Priorität. Nach ICZN Article 23.9. können die beiden älteren
Namen möglicherweise zu Nomina oblita erklärt werden; hierzu
ist jedoch der Nachweis nötig, dass beide Namen nach 1899
niemals als valider Name für ein Taxon verwendet wurden.
Zumindest Ichneumon alvearifex Von Paula Schrank, 1781 wurde
jedoch als Name für eine separate Art verwendet (siehe
Fernandez-Triana et al. 2020), so dass vermutlich eine
Prioritätsumkehr nach ICZN Article 23.9. nicht möglich ist,
und stattdessen die Nomenklaturkommission eingeschaltet werden
müsste. Aktuell wird jedenfalls für die Art der Fabriciussche
Name verwendet, jedoch nicht in der ursprünglichen
Schreibweise "Ichneumon aleuarius" sondern als "Diolcogaster
alvearia". Die Anpassung der Endung an das grammatikalische
Geschlecht des Gattungsnamens ist eine sog. mandatory change
nach ICZN Article 34.2. und der Austausch des "u" zu "v" ist
unproblematisch: es handelt sich zwar nicht um eine Korrektur
nach ICZN Article 32.5., aber in ICZN Article 58.4. werden die
Schreibungen mit "u" und "v" für identisch erklärt, so dass
"aleuarius" und "alevarius" beide als "Originalschreibweise"
angesehen werden können. Die Änderung von "alevarius" zu
"alvearius" ist jedoch eine klare Änderung der
Originalschreibweise. Die Änderung korrigiert das sinnlose
"alevarius" zum höchstwahrscheinlich gemeinten "alvearius" und
erscheint deshalb durchaus berechtigt. Allerdings erfüllt
diese Änderung trotzdem nicht die strenge Definition von
"demonstrably intentional" in ICZN Article 33.2.1. und kann
deshalb nicht als sog. emendation angesehen werden. Es bleibt
also nur die Interpretation als sog. incorrect subsequent
spelling nach ICZN Article 33.3. Solche Schreibweisen sind
nomenklatorisch nicht verfügbar, es sei denn die Schreibweise
ist im sog. prevailing usage (ICZN Article 33.3.1.) wie er in
Article 23.9. definiert wird. Dies trifft hier unzweifelhaft
zu: die Originalschreibweise "aleuarius" bzw. "alevarius" wird
nach 1899 überhaupt nicht benutzt und die Schreibweise
"alvearius/alvearia" wird in deutlich mehr als den geforderten
25 Werken benutzt. Somit sind die Voraussetzungen in ICZN
Article 33.3.1. erfüllt und die Schreibweise
"alvearius/alvearia" kann als korrekt angesehen werden.