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Tyria jacobaeae
Jakobskrautbär   
Älteres Larvenstadium. Gießen (Hessen), 18. Juni 2026.

Älteres Larvenstadium. Gießen (Hessen), 18. Juni 2026.

Synonyme und andere Namen:
(1) Phalaena jacobaeae Linnaeus, 1758
Euchelia jacobaeae (Linnaeus, 1758)
Hipocrita jacobaeae (Linnaeus, 1758)
Thyria jacobaeae (Linnaeus, 1758)
Tyria jacobaeae (Linnaeus, 1758)

Weitere deutsche Namen:
Blutbär

Die Art ist in Europa und Asien weit verbreitet und wurde versuchsweise auch nach Nordamerika und nach Australien eingeführt, um dort die Ausbreitung des Jakobsgreiskrauts zu begrenzen. In Deutschland ist die Art weit verbreitet, ist aber meist nicht häufig und die Bestände sind bundesweit stark rückläufig.
Die Art bevorzugt offene Lebensräume, z.B. Magerwiesen und Brachen bzw. Ruderalfluren, aber auch feuchtere Standorte (wie z.B. Nasswiesen, Riedwiesen). Die Imagines haben glänzend schwarze Vorderflügel mit purpurroter Zeichnung, die Hinterflügel sind purpurrot mit schwarzen Fransen. Sie fliegen von Mai bis Juli, in klimatisch begünstigten Gebieten gibt es noch eine partielle 2. Generation im Juli und August. Die Eiablage beginnt im Mai; sie erfolgt in Eispiegeln zu etwa 20 bis 50 Eiern an der Blattunterseite. Ein Weibchen legt etwa 200 bis 400 Eier. Die ersten Larven schlüpfen ab Juni. Sie ernähren sich von Jakobskräutern (Gattung Jacobaea; früher zu Senecio gestellt); Asteraceae; Abb. 1, 2) und seltener von Pestwurzen (Gattung Petasites; Asteraceae). Diese Pflanzen enthalten Pyrrolizidin-Alkaloide die von den Larven mit der Nahrung aufgenommen und im Körper angereichert werden. Sie sind für die Larven unschädlich, jedoch für Fressfeinde stark giftig. Die gelb-schwarze Warnfärbung der älteren Raupen weist potentielle Fressfeinde auf die Giftigkeit hin.
Die Verpuppung findet ab Ende Juli statt, die Puppe überwintert. In klimatisch kühleren Gebieten beginnt damit die Winterruhe. In wärmeren Gebieten kriecht ein Teil dieser Puppen nach kurzer Puppenruhe noch im Juli/August aus, so dass eine partielle zweite Generation von Imagines ab Ende Juli erscheint. Bereits im August schlüpfen die Larven dieser partiellen zweiten Generation, verpuppen sich ab September und überwintern.

Abb. 1: Das Jakobskraut Jacobaea spec., eine wichtige Larvennahrungspflanze.
Abb. 2: Blüten des Jakobskreuzkrauts Jacobaea spec.

Da sich die Eier und Larvenstadien dauerhaft an den oberirdischen Pflanzenteilen befinden, sind sie durch Mahd gefährdet; Mahd vernichtet deshalb meist die lokale Population. An Jakobskraut in einer vereinzelt gemähten Wiese entlang einer Straße konnten beispielsweise keine Larven der Art nachgewiesen werden (Abb. 3B), wohingegen an Jakobskraut entlang einer Bahntrasse, die keinen Mahdmaßnahmen unterliegt, jede der wenigen Einzelpflanzen mit mehreren Raupen belegt war (Abb. 3A).
Die Art ist ein Wirt der Brackwespe Protapanteles popularis.

Abb. 3: Die Mahd während der Ei- und Larvenentwicklung des Jakobskrautbärs schadet der Population des Jakobskrauts nicht, kann aber offenbar lokale Populationen des Jakobskrautbärs unterdrücken. (A) So fanden sich im Juni 2026 in Gießen (Hessen) in einem nicht von Mahdmaßnahmen betroffenen Gebiet (Absperrzaun entlang einer Bahnanlage) zahlreiche Raupen an den wenigen Pflanzen des Jakobskrauts, die sich hier behaupten konnten, während (B) in einer nahegelegenen Wiese, die einer unregelmäßigen Mahd unterliegt, auf den zahlreich vorhandenen Pflanzen des Jakobskrauts keine einzige Larve gefunden werden konnte.
Quellen und Einzelnachweise
Ebert G (Herausgeber). 1997. Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 5: Nachtfalter III. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart.



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Zoographia Germaniae wird verfasst und herausgegeben von Niko Prpic-Schäper.
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