Die Art ist in Europa und Asien weit verbreitet und wurde
versuchsweise auch nach Nordamerika und nach Australien
eingeführt, um dort die Ausbreitung des Jakobsgreiskrauts zu
begrenzen. In Deutschland ist die Art weit verbreitet, ist
aber meist nicht häufig und die Bestände sind bundesweit stark
rückläufig.
Die Art bevorzugt offene Lebensräume, z.B. Magerwiesen und
Brachen bzw. Ruderalfluren, aber auch feuchtere Standorte (wie
z.B. Nasswiesen, Riedwiesen). Die Imagines haben glänzend
schwarze Vorderflügel mit purpurroter Zeichnung, die
Hinterflügel sind purpurrot mit schwarzen Fransen. Sie fliegen
von Mai bis Juli, in klimatisch begünstigten Gebieten gibt es
noch eine partielle 2. Generation im Juli und August. Die
Eiablage beginnt im Mai; sie erfolgt in Eispiegeln zu etwa 20
bis 50 Eiern an der Blattunterseite. Ein Weibchen legt etwa
200 bis 400 Eier. Die ersten Larven schlüpfen ab Juni. Sie
ernähren sich von Jakobskräutern (Gattung Jacobaea; früher zu
Senecio gestellt); Asteraceae; Abb. 1, 2) und seltener von
Pestwurzen (Gattung Petasites; Asteraceae). Diese Pflanzen
enthalten Pyrrolizidin-Alkaloide die von den Larven mit der
Nahrung aufgenommen und im Körper angereichert werden. Sie
sind für die Larven unschädlich, jedoch für Fressfeinde stark
giftig. Die gelb-schwarze Warnfärbung der älteren Raupen weist
potentielle Fressfeinde auf die Giftigkeit hin.
Die Verpuppung findet ab Ende Juli statt, die Puppe
überwintert. In klimatisch kühleren Gebieten beginnt damit die
Winterruhe. In wärmeren Gebieten kriecht ein Teil dieser
Puppen nach kurzer Puppenruhe noch im Juli/August aus, so dass
eine partielle zweite Generation von Imagines ab Ende Juli
erscheint. Bereits im August schlüpfen die Larven dieser
partiellen zweiten Generation, verpuppen sich ab September und
überwintern.
Da sich die Eier und Larvenstadien dauerhaft an den
oberirdischen Pflanzenteilen befinden, sind sie durch Mahd
gefährdet; Mahd vernichtet deshalb meist die lokale
Population. An Jakobskraut in einer vereinzelt gemähten Wiese
entlang einer Straße konnten beispielsweise keine Larven der
Art nachgewiesen werden (Abb. 3B), wohingegen an Jakobskraut
entlang einer Bahntrasse, die keinen Mahdmaßnahmen unterliegt,
jede der wenigen Einzelpflanzen mit mehreren Raupen belegt war
(Abb. 3A).
Die Art ist ein Wirt der Brackwespe Protapanteles
popularis.