Die Art ist in Europa weit verbreitet und kommt durch
Zentralasien östlich bis zum japanischen Archipel vor. Diese
Art bildet zusammen mit Diachrysia
stenochrysis einen Artenkomplex, der auf genomischer
Ebene gut differenziert werden kann, der jedoch morphologisch
schwer zu trennen ist. Das hat in der Vergangenheit dazu
geführt, dass die Artberechtigung von Diachrysia stenochrysis
vielfach angezweifelt wurde. Die beiden Arten unterscheiden
sich in der Gesamtheit ihres Erbguts jedoch sehr deutlich
voneinander (Khan et al. 2026). Die Flügelfärbung zeigt
Unterschiede, die aber nicht in allen Fällen zur Bestimmung
herangezogen werden können. Wenn das braune Mittelband der
Vorderflügel nicht durch die Fläche gold-metallischer Schuppen
unterbrochen wird, dann handelt es sich stets um Diachrysia
chrysitis. Wenn das braune Band durch die metallischen
Schuppen unterbrochen wird, handelt es sich meist um
Diachrysia stenochrysis, es gibt jedoch auch Exemplare von
Diachrysia chrysitis, bei denen ebenfalls eine Unterbrechung
des braunen Bandes vorliegt. Khan et al. (2026) vermuten die
Entstehung der beiden Arten durch Divergenz in getrennten
Refugien, in denen vor allem die Pheromon-Systeme der beiden
Gruppen stark divergierten. Nach dem sekundären Kontakt
blieben die zwei Gruppen wegen dieser unterschiedlichen
Pheromon-Kommunikation nahezu vollständig reproduktiv
isoliert, so dass die Ausbreitung der beiden Gruppen über ihre
Refugien hinaus zwar zu einer nahezu vollständigen Überlappung
der heutigen Verbreitungsgebiete, aber nicht zur Vermischung
der beiden Gruppen.