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Anthocharis cardamines
Aurorafalter   
Männchen. Göttingen, Niedersachsen. 25. April 2009.

Männchen. Göttingen, Niedersachsen. 25. April 2009.

Männchen. Neuried, Bayern. 30. April 2005.

Männchen. Neuried, Bayern. 5. Mai 2008.
Synonyme und andere Namen:
(1) Papilio cardamines Linnaeus, 1758
Anthocharis cardamines (Linnaeus, 1758)
Euchloe cardamines (Linnaeus, 1758)
Anthocaris cardamines (Linnaeus, 1758) (Falschschreibung des Gattungsnamens)
(x) Anthocharis cardimines auct. (Falschschreibung)

Die Art kommt in fast ganz Europa und weiter durch Asien bis nach Japan vor. In Südwest- und Südosteuropa gibt es neben Anthocharis cardamines noch weitere Arten der Gattung (z.B. den Gelben Aurorafalter Anthocharis belia), in Deutschland ist Anthocharis cardamines jedoch die einzige Art der Gattung Anthocharis. Hier ist sie meist nicht selten, zeigt aber erhebliche Bestandsschwankungen von Jahr zu Jahr.
Diese Art weist einen deutlichen Sexualdimorphismus der Imagines auf. Die Grundfarbe der Vorderflügeloberseite ist weiß, die Vorderflügelspitzen sind schwarz. Beim Männchen ist jedoch nahezu die gesamte Postdiskalregion der Vorderflügel leuchtend orange gefärbt. Die Vorderflügellänge beträgt etwa 19 bis 24 mm.
Die Art bevorzugt Wiesen in Wald- oder Gebüschnähe und sonnige Waldränder bzw. Waldwege. Die Imagines fliegen von März bis Juli (Höhepunkt im Mai) in einer Generation. Sie ernähren sich vom Nektar verschiedener Blüten, vor allem des Wiesenschaumkrauts (Cardamine pratensis) und der Knoblauchrauke (Alliaria petiolata) (beide Brassicaceae). Es fällt eine Bevorzugung von weißen, roten und violetten Blüten auf, gelbe Blüten werden kaum angeflogen; dies gilt ebenso für die Eiablage. Die Paarfindung wird durch das Patrolling-Verhalten der Männchen erleichtert, die Reviere entlang sonnenbeschienener Wald- und Gebüschränder besetzen und regelmäßig abfliegen. Die Weibchen legen die Eier ab April an die Raupennahrungspflanzen: verschiedene Arten von Kreuzblütlern (Brassicaceae), vor allem Schaumkrautarten (Gattung Cardamine, =Dentaria) und Lauchkräuter (Gattung Alliaria), aber auch Arten der Gattungen Lacksenf (Coincya, =Rhynchosinapis), Senf (Sinapis), Ackerkohl (Conringia), Kresse (Lepidium, =Cardaria), Brillenschötchen (Biscutella), Hellerkraut (Thlaspi, =Carpoceras), Silberblatt (Lunaria), Meerrettich (Armoracia), Barbarakraut (Barbarea), Gänsekresse (Arabis), Turmkraut (Turritis), Sumpfkresse (Rorippa), Nachtviolen (Hesperis), Schmalwand (Arabidopsis). Bevorzugt werden hier Standorte in schattiger, luftfeuchter Lage, z.B. Waldwege, Waldwiesen, es werden aber auch trockenere und sonnigere Standorte angenommen. Die Eier sind bei der Ablage weißlich spindelförmig und werden in die Nähe der Blüten an Blütenstiele geheftet; nach etwa 24 bis 48 Stunden färben sich die Eier stumpf orange-braun. Die Larven schlüpfen ab Mai und fressen die Fruchtanlagen der Wirtspflanzen. Sie sind oberseits und unterseits grün und seitlich heller, bei alteren Raupen reinweiß, bei jüngeren Raupen grün-weiß gesprenkelt. Die Raupen verpuppen sich ab Juni/Juli direkt an den Stengeln der Fraßpflanzen. Die Mahd der Wiesen oder Wegsäume vernichtet deshalb im Frühjahr und Sommer die Larven und später im Jahr die Puppen; der Aurorafalter gehört damit zu denjenigen Arten, die durch jegliche Art von Mahd (egal zu welchem Zeitpunkt oder wie oft) stark bedroht ist. Die Puppe ist hellgrün mit seitlichen weißen Längsstreifen. Sie ist das Überwinterungsstadium der Art.

Quellen und Einzelnachweise
Ebert G, Rennwald E (Herausgeber). 1993. Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 1: Tagfalter 1. Korrigierter Nachdruck. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart.

Tolman T, Lewington R. 1998. Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas. Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart.

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Zoographia Germaniae wird verfasst und herausgegeben von Niko Prpic-Schäper.
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