Die Art kommt in fast ganz Europa und weiter durch Asien bis
nach Japan vor. In Südwest- und Südosteuropa gibt es neben
Anthocharis cardamines noch weitere Arten der Gattung (z.B.
den Gelben Aurorafalter Anthocharis belia), in Deutschland ist
Anthocharis cardamines jedoch die einzige Art der Gattung
Anthocharis. Hier ist sie meist nicht selten, zeigt aber
erhebliche Bestandsschwankungen von Jahr zu Jahr.
Diese Art weist einen deutlichen Sexualdimorphismus der
Imagines auf. Die Grundfarbe der Vorderflügeloberseite ist
weiß, die Vorderflügelspitzen sind schwarz. Beim Männchen ist
jedoch nahezu die gesamte Postdiskalregion der Vorderflügel
leuchtend orange gefärbt. Die Vorderflügellänge beträgt etwa
19 bis 24 mm.
Die Art bevorzugt Wiesen in Wald- oder Gebüschnähe und sonnige
Waldränder bzw. Waldwege. Die Imagines fliegen von März bis
Juli (Höhepunkt im Mai) in einer Generation. Sie ernähren sich
vom Nektar verschiedener Blüten, vor allem des
Wiesenschaumkrauts (Cardamine pratensis) und der
Knoblauchrauke (Alliaria petiolata) (beide Brassicaceae). Es
fällt eine Bevorzugung von weißen, roten und violetten Blüten
auf, gelbe Blüten werden kaum angeflogen; dies gilt ebenso für
die Eiablage. Die Paarfindung wird durch das
Patrolling-Verhalten der Männchen erleichtert, die Reviere
entlang sonnenbeschienener Wald- und Gebüschränder besetzen
und regelmäßig abfliegen. Die Weibchen legen die Eier ab April
an die Raupennahrungspflanzen: verschiedene Arten von
Kreuzblütlern (Brassicaceae), vor allem Schaumkrautarten
(Gattung Cardamine, =Dentaria) und Lauchkräuter (Gattung
Alliaria), aber auch Arten der Gattungen Lacksenf (Coincya,
=Rhynchosinapis), Senf (Sinapis), Ackerkohl (Conringia),
Kresse (Lepidium, =Cardaria), Brillenschötchen (Biscutella),
Hellerkraut (Thlaspi, =Carpoceras), Silberblatt (Lunaria),
Meerrettich (Armoracia), Barbarakraut (Barbarea), Gänsekresse
(Arabis), Turmkraut (Turritis), Sumpfkresse (Rorippa),
Nachtviolen (Hesperis), Schmalwand (Arabidopsis). Bevorzugt
werden hier Standorte in schattiger, luftfeuchter Lage, z.B.
Waldwege, Waldwiesen, es werden aber auch trockenere und
sonnigere Standorte angenommen. Die Eier sind bei der Ablage
weißlich spindelförmig und werden in die Nähe der Blüten an
Blütenstiele geheftet; nach etwa 24 bis 48 Stunden färben sich
die Eier stumpf orange-braun. Die Larven schlüpfen ab Mai und
fressen die Fruchtanlagen der Wirtspflanzen. Sie sind
oberseits und unterseits grün und seitlich heller, bei alteren
Raupen reinweiß, bei jüngeren Raupen grün-weiß gesprenkelt.
Die Raupen verpuppen sich ab Juni/Juli direkt an den Stengeln
der Fraßpflanzen. Die Mahd der Wiesen oder Wegsäume vernichtet
deshalb im Frühjahr und Sommer die Larven und später im Jahr
die Puppen; der Aurorafalter gehört damit zu denjenigen Arten,
die durch jegliche Art von Mahd (egal zu welchem Zeitpunkt
oder wie oft) stark bedroht ist. Die Puppe ist hellgrün mit
seitlichen weißen Längsstreifen. Sie ist das
Überwinterungsstadium der Art.