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Pyropteron chrysidiforme
Roter Ampferglasflügler     
Weibchen. Gießen (Hessen), 18.06.2026.

Weibchen. Gießen (Hessen), 18.06.2026.

Synonyme und andere Namen:
Ssp. chrysidiforme:
(1) Sphinx chrysidiformis Esper, 1782
Sesia chrysidiformis (Esper, 1782)
Chamaesphecia chrysidiformis (Esper, 1782)
Bembecia chrysidiformis (Esper, 1782)
Pyropteron chrysidiformis (Esper, 1782)
Pyropteron chrysidiforme (Esper, 1782)
(2) Sphinx haemorrhoidalis Cyrillus, 1787
(x) Sesia chalcochelmis Staudinger, 1856
(x) Sesis chalcocnemis Staudinger, 1856
Anmerkung: Sesia lecerfi Oberthür, 1909 galt lange als Synonym der vorliegenden Art, gilt inzwischen jedoch als Synonym von Bembecia ichneumoniformis.


Die Art ist auf der iberischen Halbinsel, auf der Apennin-Halbinsel, in West- und Mitteleuropa und auf dem britischen Archipel verbreitet. Die Verbreitungsgrenze im Osten Europas ist unklar. In Deutschland ist die Art hauptsächlich im äußersten Südwesten verbreitet (Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg), in anderen Bundesländern wird die Art nur selten nachgewiesen. Es werden zwei Unterarten unterschieden: ssp. sicula auf der Appeninhalbinsel und Sizilien und ssp. chrysidiforme im übrigen Verbreitungsgebiet.
Die Art bevorzugt offene, trockene und warme Lebensräume, in Deutschland sind das vor allem vegetationsarme Ruderalfluren, wie Bauschutthügel, Gleiskörper, Straßen- und Wegränder.
Die Imagines fliegen von Mai bis Juli. Sie ernähren sich vom Nektar verschiedener Pflanzenarten; sie leben etwa 2 Wochen lang. Die Weibchen legen die schwarzen, napfförmigen Eier ab Juni an die Blätter und Stengel von Ampfer-Arten (Gattung Rumex) ab, vor allem an Rumex obtusifolius. Angaben in der Literatur von Raupennahrungspflanzen aus anderen Gattungen beruhen auf Irrtümern. Ein Weibchen kann in seiner kurzen Lebensspanne zwischen 200 und 400 Eier ablegen. Die Larven schlüpfen ab Juli und befallen anschließend die Wurzeln der Wirtspflanze, in denen sie dann zwei Jahre lang fressen und zuweilen die Wurzeln so sehr schädigen, dass die Wirtspflanze verkümmert. Ausgewachsene Larven sind massige, weißliche Raupen mit rotbraunem Kopf und sehr starken Mandibeln. Nach (üblicherweise) zweimaliger Überwinterung verpuppen sich die Larven im Frühjahr im Wurzelbereich der Wirtspflanze (die Puppen sind verhältnismäßig schlank und rot- bis dunkelbraun), und die neuen Imagines kriechen dann ab Mai wieder aus. Die Larven werden von Schmarotzerfliegen (Tachinidae; Arten nicht bestimmt) parasitiert. Überwinternde Larven erkranken auch oft an Pilzinfektionen, die einen hohen Anteil der Larven abtöten können.
Die Art ist durch falsche Mahdzeitpunkte gefährdet: sobald die Raupen alt genug sind und sämtlich in die Wurzeln abgewandert sind, ist eine Mahd der oberirdischen Pflanzenteile weniger schädlich (ca. ab September), eine frühere Mahd vernichtet jedoch die Eier und Jungraupen solange sie sich noch im oberirdischen Teil der Wirtspflanzen aufhalten.
Zur Etymologie: das Artepitheton spielt auf Goldwespen (Gattung Chrysis) an, denen die Art zwar nicht wirklich ähnelt, aber ähnlich wie diese sehr farbenprächtig ist: lat. -formis, -e = "-förmig, -artig", also sinngemäß "Goldwespen-artig". Da der Gattungsname grammatikalisch sächlich ist, muss das adjektivische Epitheton ebenfalls in der sächlichen Form stehen.

Quellen und Einzelnachweise
Ebert G (Herausgeber). 1997. Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 5: Nachtfalter III. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart.




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Zoographia Germaniae wird verfasst und herausgegeben von Niko Prpic-Schäper.
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