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Yponomeutidae
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Yponomeuta malinellus
Apfel-Gespinstmotte     
Frankfurt am Main (Hessen), 7. Juli 2015.

Synonyme und andere Namen:
(1) Yponomeuta malinellus Zeller, 1838 (p. 670; TL: "um Glogau")
Yponomeuta malinella Zeller, 1838 (incorrect subsequent spelling)

Die Larven der Art fressen an Apfel (Gattung Malus) und möglicherweise auch an Birne (Gattung Pyrus).
Zur Nomenklatur und Etymologie: Die Orginalschreibweise des Artnamens lautet "Yponomeuta malinellus". Obwohl frühere Autoren in der Gattung Yponomeuta stets die -ella-Endung der Artepitheta verwendet haben, wählt Zeller (1838) durchgängig die -ellus-Endung und ändert dafür sogar frühere Originalschreibweisen ab, wie z.B. die Linnéesche padella zu padellus. Die Gründe hierfür hat Zeller nicht genannt. "Yponomeuta malinellus" ist zunächst die sog. Originalschreibweise (original spelling; ICZN Article 32.1.). Da Article 32.5. insgesamt nicht zutrifft, ist diese Schreibweise unverändert auch als sog. correct original spelling (ICZN Article 32.2.) anzusehen. Die correct original spelling eines Artepithets darf dann nur noch durch einen sog. mandatory change (ICZN Article 34.2.) geändert werden, da adjektivische Artepitheta immer das gleiche grammatikalische Geschlecht haben müssen wie der Gattungsname. Das genaue Prozedere dieses mandatory changes ist in ICZN Article 31.2. geregelt. Falls kein unzweifelhaftes lateinisches oder latinisiertes Adjektiv oder Partizip vorliegt gibt es drei Möglichkeiten: (1) das Artepithet (oder der genusbestimmende Teil davon) ist ein Substantiv oder eine Substantivphrase, (2) das Artepithet (oder der genusbestimmende Teil davon) kann sowohl als Adjektiv/Partizip oder als Substantiv/Substantivphrase betrachtet werden, (3) das Artepithet (oder der genusbestimmende Teil davon) ist gar kein lateinisches oder latinisiertes Wort. Im vorliegenden Fall ist also der Status von "malinellus" zu bewerten. Es ist zunächst festzustellen, dass es kein in der lateinischen Sprache belegtes lateinisches Adjektiv oder Partizip ist und auch nicht aus einer anderen Sprache latinisiert wurde. Offensichtlich hat Zeller es vom lateinischen Wort lat. malus, -i = "Apfelbaum, Obstbaum" abgeleitet. Die -ella/-ellus-Endung wird oft als Diminutiv gedeutet, was hier jedoch nicht der Fall ist: die korrekten Diminutive wären lat. malulus = "Äpfelchen" und lat. malellus = "winziges Äpfelchen". Die Form "malinellus" scheint eine phantasievolle Lautmalerei auf der Basis von lat. malus zu sein, durch die Einfügung des "i" nach dem Stamm mal- liegt aber zusätzlich eine von Zeller sicherlich nicht beabsichtigte Anlehung an die Beugungsformen von lat. mala, -ae = "Wange, Kinnlade" vor. Es ist also kein echtes lateinisches Wort und stellt auch keine Latinisierung eines nicht-lateinischen (z.B. griechischen) Wortes dar. Die Form malinellus fällt also unter ICZN Article 31.2.3. und wird nicht an das grammatikalische Geschlecht des Gattungsnamens angepasst. Die in der Literatur oft benutzte Form "Yponomeuta malinella" ist damit eine sog. incorrect subsequent spelling oder eine sog. unjustified emendation (je nachdem ob die Änderung der Endung bewusst oder unbewusst durchgeführt wurde). Beide von der Originalschreibweise abweichenden Bildungen können nur als valider Artname in Betracht kommen, falls sie im sog. "prevailing usage" sind, der in ICZN Article 23.9.1. geregelt ist. Die dortigen Voraussetzungen treffen hier jedoch nicht zu, so dass die Originalschreibung Yponomeuta malinellus der valide Artname ist.

Quellen und Einzelnachweise
International Commission on Zoological Nomenclature. 1999. International Code of Zoological Nomenclature. Fourth Edition. The International Trust for Zoological Nomenclature, London.

Zeller PC. 1838. Kritische Bestimmung der in Reaumur's Memoires pour servir à l'histoire des insectes vorkommenden Lepidopteren. Isis von Oken Jahrgang 1838, Heft 9, 625-736. Anmerkung: die Zeitschrift ist nicht seitenweise sondern zweispaltig paginiert; jede Zeitschriftenseite enthält also zwei Pagines.



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Zoographia Germaniae wird verfasst und herausgegeben von Niko Prpic-Schäper.
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