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Diptera   
Blephariceridae
Familia Blephariceridae
Netzmücken 
 
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Die Blephariceridae (oft auch falsch als Blepharoceridae bezeichnet) sind mit etwa 300 Arten weltweit verbreitet. Die Imagines sind mittelgroße Mücken (Körperlänge meist unter 15 mm) mit langgestrecktem, schlankem Körper und langen, dünnen Beinen. Die Fläche der Flügel ist zusätzlich zum Flügelgeäder noch von einem Netzwerk kleinster Fältchen durchzogen, das die Familie charakterisiert. Ähnliche Faltenbildungen gibt es sonst nur noch bei den Bergmücken (Deuterophlebiidae), die nahe mit den Blephariceridae verwandt sind und in Deutschland nicht vorkommen. Die Weibchen besitzen stechend-saugende Mundwerkzeuge, mit denen sie Blütennektar aufsaugen und zusätzlich auch kleine Insekten anstechen und aussaugen, die im Flug mit den langen Tarsen der Hinterbeine erbeutet werden. Die Tiere stechen jedoch keine Wirbeltiere, sind also für den Menschen harmlos. Die Männchen haben meist reduzierte Mundwerkzeuge, bei manchen Arten besitzen auch die Männchen rüsselartig verlängerte Mundwerkzeuge, die jedoch nur zum Nektartrinken verwendet werden. Bei vielen Arten bilden die Männchen große Tanzschwärme zur Anlockung der Weibchen.
Die Eiablage erfolgt an Steine in schnell fließenden Bächen. Die Larven besitzen Saugnäpfe mit denen sie sich selbst in sehr starker Strömung am Untergrund festhaften können. Die Larven atmen im ersten Stadium durch die Körperoberfläche, in den weiteren Stadien sind am Bauch schlauchförmige Kiemen vorhanden. Die Larven weiden mit den Mundwerkzeugen und einem Reusenapparat (aus starken Haaren um die Mundöffnung herum) Algenaufwuchs auf Steinen ab. Zur Verpuppung suchen die Larven flache Bachstellen auf. Die Puppe ist mittels eines Sekrets am Untergrund befestigt und atmet durch in Lamellen aufgeteilte sog. Atemhörnchen, die sowohl als Kiemen (Wasseratmung) als auch als Plastron (Luftatmung) fungieren können und damit in der Lage sind, ein vorübergehendes Trockenfallen der Flachwasserstellen zu kompensieren. Das Auskriechen der Imago findet unter Wasser statt, die Imagines sind dabei von einem Luftmantel umgeben. Die Strömungskraft des Wassers ist für den Prozess des Auskriechens essentiell, nur so gelingt es der Imago die Vorderbeine aus der Puppenhülle zu ziehen. Mit den Vorderbeinen zieht sich die Imago dann weiter an Land, bis die Flügel entfaltet werden können, mit denen dann der nötige Schub erzeugt wird, der zum endgültigen Auskriechen durch Herausziehen der Mittel- und Hinterbeine benötigt wird.

Quellen und Einzelnachweise
Haupt J, Haupt H. 1998. Fliegen und Mücken. Beobachtung, Lebensweise. Naturbuch Verlag, Weltbild Verlag Augsburg.

Zwick P. 1992. Family Blephariceridae. In: Soos A, Papp L, Oosterbroek P (Herausgeber). Catalogue of Palaearctic Diptera. Volume 1. Hungarian Natural History Museum, Budapest. Pp. 39-54.

Kontakt

Zoographia Germaniae wird verfasst und herausgegeben von Niko Prpic-Schäper.
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