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Gebietsfremde Arten in Deutschland

Arten aus aller Welt können durch den Menschen absichtlich oder versehentlich in Deutschland freigelassen oder eingeschleppt werden. Solche eingeführten Arten, können sich etablieren und gehören dann zur Fauna Deutschlands. Diese Arten sind in den Artenlisten bei den einzelnen Familien enthalten. Arten, die immer wieder absichtlich oder versehentlich nach Deutschland eingeschleppt oder in Deutschland freigelassen werden, sich aber nicht in Deutschland eingebürgert haben, sammle ich stattdessen hier auf dieser Seite und gebe ggf. kurze Angaben zur Fundsituation der jeweiligen Art in Deutschland.


Familia ANATIDAE – Entenvögel

Anser canagicus (Sevastianov, 1802) – Kaisergans
= Anas canagica Sevastianov, 1802
= Chen canagica (Sevastianov, 1802)
= Philacte canagica (Sevastianov, 1802)
Die Art kommt vor allem an den Küsten der Beringsee vor, sie wird jedoch wegen ihrer leichten Haltung und Zucht oft gehalten. Aus der Haltung entwichene Tiere werden gelegentlich in freier Wildbahn beobachtet.

Genus DENDROCYGNA Swainson, 1837 – Pfeifgänse
Die Pfeifgänse sind in acht Arten in den Tropen verbreitet. Die meisten Arten sind sehr kältemepfindlich und werden deshalb in Deutschland kaum gehalten. Nur drei Arten werden regelmäßig in Zoos und Tierparks gezeigt, so dass aus der Haltung entwichene Tiere gelegentlich in der freien Wildbahn angetroffen werden können.

Dendrocygna autumnalis (Linnaeus, 1758) – Rotschnabel-Pfeifgans
Es werden je nach Autor 2 bis 3 Unterarten anerkannt. Die Art ist in Südamerika (ssp. autumnalis) und Mittelamerika (ssp. fulgens, ssp. lucida (falls anerkannt)) heimisch und breitet sich seit den 1990er-Jahren nach Nordamerika aus. Sie wird in Deutschland wegen ihrer schwierigen Haltung und Zucht nur sehr selten als Volierenvogel in Zoos und Freizeitparks gehalten. Von dort entflohene Tiere werden entsprechend sehr selten in freier Wildbahn angetroffen.

Dendrocygna bicolor (Vieillot, 1816) – Gelbbrust-Pfeifgans
Es werden üblicherweise keine Unterarten anerkannt; eine ssp. helva wird manchmal unterschieden. Die Art kommt in Süd- und Mittelamerika, Afrika südlich der Sahara und Süd- und Südostasien vor. Sie ist wird in Deutschland nur selten als Volierenvogel in Zoos und Freizeitparks gehalten. Von dort entflohene Tiere werden gelegentlich in freier Wildbahn angetroffen.

Dendrocygna viduata (Linnaeus, 1766) – Witwenpfeifgans

1 – Tierpark Hellabrunn (München), 11. Juli 2009, mit freundlicher Genehmigung.

Diese Art ist in Südamerika und in Afrika südlich der Sahara weit verbreitet. Sie ist ein beliebter Volierenvogel in Zoos und Freizeitparks, ist jedoch sehr frostempfindlich und kann im Winter nicht in Außengehegen überleben. Aus der Haltung entflohene Tiere werden gelegentlich in freier Wildbahn angetroffen.


Familia PSITTACULIDAE – Altweltpapageien

Melopsittacus undulatus (Shaw, 1805) – Wellensittich
Diese Art kommt ursprünglich in Australien vor. Im Jahr 1840 wurden einzelne Tiere als Käfigvögel nach England eingeführt. Der Zoo in Antwerpen hat die Tiere im 19. Jahrundert erstmals in großer Zahl gezüchtet. Heute zählt die Art zu den beliebtesten Haustieren und wird deshalb weltweit in zahllosen Zuchtvarianten gehalten. Berichte über entwichene oder ausgesetzte Wellensittiche in Deutschland gibt es vor allem in den Sommermonaten. Die Art ist in Deutschland nicht etabliert.


Quellen und Einzelnachweise
Reeber S. 2017. Entenvögel. Europa, Asien und Nordamerika. Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart.

Rutgers A. 1983. Handbuch für Zucht und Haltung fremdländischer Vögel. 5. Auflage. Verlag J Neumann-Neudamm, Melsungen.



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Zoographia Germaniae wird verfasst und herausgegeben von Niko Prpic-Schäper.
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