Die Fledertiere (Chiroptera) sind mit etwa 1.500
beschriebenen Arten eine verhältnismäßig artenreiche
Säugetiergruppe. Kennzeichen und wichtigste Apomorphie der
Fledertiere ist die Befähigung zum aktiven Fliegen durch das
Patagium (Flughaut). Eine sehr ähnliche Bildung gibt es bei
den Riesengleitern (Dermoptera), die jedoch nur zum Gleiten
befähigt und nicht mit dem Patagium der Chiroptera homolog
ist. Ähnliche Hautduplikaturen, die zum Gleiten genutzt werden
können, gibt es bei vielen Wirbeltiergruppen, bei den
Säugetieren z. B. bei den Gleitbilchen (Anomaluridae),
Gleithörnchen (Pteromyini innerhalb der Sciuridae) und den
verschiedenen Gleitbeutlern (z. B. Gattung Petaurus).
Allerdings sind die Chiroptera die einzige Säugetiergruppe,
die zum aktiven Fliegen fähig ist und weist deshalb auch im
übrigen Körperbau zahlreiche spezifische Anpassungen an das
aktive Fliegen auf.
Die Chiroptera sind ein wichtiges Reservoir für verschiedene
Virengruppen, darunter vor allem Togaviridae, Rhabdoviridae
und Flaviviridae. Allerdings fungieren nicht alle Gruppen der
Chiroptera gleichermaßen als Reservoir für Viren; manche Viren
sind auf ganz bestimmte Fledertiergruppen beschränkt und
andererseits werden bestimmte Fledertiergruppen kaum als
Virenreservoir genutzt (Cummings et al. 2025). Der Grund für
diese Unterschiede ist noch unklar, es scheint aber eine
starke biogeographische Komponente zu geben, da ein erhöhtes
virales Epidemiepotential vor allem in den Küstengebieten
Südamerikas, in Südostasien und in Äquatorialafrika ermittelt
wurde (Cummings et al. 2025).