Die Scatopsidae sind eine kleinere Familie unscheinbarer und
zumeist sehr kleiner Mücken (kleiner als 2 mm, die größten
Arten erreichen eine Körperlänge von etwa 4 mm). Weltweit sind
bislang nur knapp 400 Arten beschrieben worden, etwas über 60
Arten kommen auch in Deutschland vor.
Die Nahrung der Imagines ist kaum bekannt, es werden aber
gerne Blüten besucht, so dass eine Aufnahme von Nektar
anzunehmen ist. In den Sommermonaten werden gerne die
Schirmblütenstände der Apiaceae besucht. Später im Jahr
fliegende Arten wurden vor allem an den Blüten von Efeu
(Hedera) beobachtet. Auch eine Vergesellschaftung mit
Blattläusen wurde beobachtet, so dass vermutet wird, dass die
Imagines auch die zuckerhaltigen Ausscheidungen der Blattläuse
(Honigtau) aufnehmen.
Die Imagines haben allerdings nur eine Lebensdauer von wenigen
Tagen, so dass die Nahrungsaufnahme vermutlich nicht im
Vordergrund steht, neben den wichtigeren Aufgaben der Paarung
und der Eiablage. Die Imagines paaren sich bereits kurze Zeit
nach dem Auskriechen aus der Puppe. Die Weibchen legen die
Eier in verrottendes Material, meist von Pflanzen oder Pilzen,
seltener von Tieren oder Tierexkrementen. Allerdings zählen
diejenigen Arten, die auch Tieraas und Exkremente als Substrat
für die Larvalentwicklung nutzen, zu den häufigsten Arten.
Seltenere Arten haben meist spezielle Ansprüche an das Habitat
(z. B. wärmebegünstigt oder kühl-feucht) oder sind an ein
bestimmtes Substrat für die Larvalentwicklung gebunden (z. B.
die verrottenden Anteile von Grasbüscheln bestimmter Grasarten
oder durch Ameisen speziell vorbearbeitetes Totholz). Die
Verpuppung findet üblicherweise ebenfalls im Larvalhabitat
statt. Die Entwicklungszeit vom Ei zur Imago dauert nur 3 bis
4 Wochen, so dass die meisten Arten mehrere überlappende
Generationen im Jahr hervorbringen können. Die
Überwinterungsstadien sind, soweit bekannt, ältere
Larvenstadien oder das Puppenstadium.