Die Wintermücken sind eine artenarme Familie der Mücken, die
mit etwa 160 Arten nahezu weltweit verbreitet sind; nur in
Afrika südlich der Sahara sind bislang keine Vertreter dieser
Familie nachgewiesen worden. Die Trichoceridae wurden früher
auch unter dem Namen Petauristidae geführt.
Die Imagines sind üblicherweise mittelgroß (Körperlänge 5 bis
7 mm) und besitzen den typischen Habitus der Tipulomorpha, mit
einem langen und schlanken Körper und langen, dünnen Beinen.
Die Mundwerkzeuge der Imagines sind meist sehr stark
zurückgebildet, so dass die Tiere vermutlich als Imago keine
feste Nahrung zu sich nehmen, jedoch wurde die Aufnahme von
Flüssigkeiten beobachtet (z. B. Krzeminska 2021). Die
männlichen Tiere vieler Arten bilden Tanzschwärme, um Weibchen
anzulocken. Im Gegensatz zu einigen anderen Insektengruppen,
die ebenfalls Tanzschwärme bilden, orientieren sich die
Tanzschwärme der Trichoceridae weniger an bestimmten
Geländemarkierungen (z. B. Hügel, Vegetationsränder), sondern
vielmehr an Lichtmarkierungen wie z. B. Sonnenstrahlen und
sonnenbeschienene Flecken. Die Weibchen fliegen in die
Schwärme hinein, die Paarfindung erfolgt noch im Flug, das
Paar lässt sich danach zur Kopulation am Boden nieder. Die
Weibchen legen die Eier dann je nach Art in feuchte Bodenstreu
oder in frische Tierexkremente ab.
Im Gegensatz zu den Imagines besitzen die
walzenförmig-länglichen Larven verhältnismäßig gut
ausgebildete Mundwerkzeuge am Kopf, mit denen sie organisches
Material aus zerfallendem Pflanzengewebe oder aus
Tierexkrementen aufnehmen. Zur Verpuppung begeben sich die
Larven in tiefere Bodenschichten (bis zu 30 cm tief). Kurz vor
dem Auskriechen der Imagines arbeiten sich die Puppen mittels
des gut beweglichen Abdomens an die Bodenoberfläche.