Die Art ist in Europa, Nordafrika und Westasien verbreitet.
Die Art bevorzugt Auenwälder und Laubmischwälder.
Die Imagines fliegen von Mai bis August; sie sind nachtaktiv
und ruhen tagsüber meist an Ästen und Baumstämmen, an denen
sie durch das Flügelmuster sehr gut getarnt sind. Die Imagines
haben stark reduzierte Mundgliedmaßen, so dass sie vermutlich
keine Nahrung aufnehmen. Die Weibchen legen die dunkelbraunen
Eier einzeln oder in Gelegen von etwa 10 Stück an geschädigte
oder kranke Laubbäume ab, bevorzugt an Pappel, Weide, Erle,
Birke, aber auch an weitere Laubbäume wie z.B. Apfel, Birne,
Walnuss, Eiche. Die Larven entwickeln sich unter der Rinde und
im tieferen Holz über einen Zeitraum von 2 bis 4 Jahren. Sie
sondern aus Mandibulardrüsen ein Sekret ab, das einen gut
wahrnehmbaren Essiggeruch verströmt und das vermutlich zur
Feindabwehr dient. Zur Verteidigung können sie eine
bräunliche, stark riechende Wehrflüssigkeit verspritzen. Junge
Larven überwintern üblicherweise unter der Rinde oder im Holz.
Bei starkem Befall kann der Larvenfraß die Wirtspflanze zum
Absterben bringen; bei Nahrungsmangel können die Larven dann
auf eine nahegelegene Wirtspflanze überwechseln. Alte Larven,
nun unverwechselbar oben violettrot, unten rosa-gelblich
gefärbt und bis zu 10 cm lang, verlassen oft im Jahr vor der
Verpuppung im Herbst (daher der Name "Herbstraupen") die
Fraßgänge und verbringen den letzten Winter vor der Verpuppung
im Boden, in Holzhaufen oder ähnlichen Schlupfwinkeln in einem
schützenden Gespinst. Einige alte Raupen bleiben aber auch im
letzten Winter vor der Verpuppung in der Wirtspflanze. Die
Verpuppung findet nach der Überwinterung ab den ersten warmen
Frühlingstagen statt, in einem Kokon aus fester, gelblicher
Seide und reichlich Partikeln aus der Umgebung (Erde bzw.
Holzspäne). Die Tiere, die bereits im Freien überwintert
haben, verpuppen sich direkt unter der Erdoberfläche. Die
Tiere, die noch in der Wirtpflanze überwintert haben,
verlassen entweder die Wirtspflanze und verpuppen sich
ebenfalls im Boden oder sie bleiben in der Wirtspflanze und
verpuppen sich direkt unter der Rinde. Die Puppenruhe ist nur
kurz (etwa 20 Tage), danach durchtrennt die Puppe mit dem
Stirnfortsatz den Kokon, schiebt sich weit hindurch und die
Imago kann auskriechen.